Viele Einkaufsabteilungen kennen die Situation: Lieferanten fordern Preiserhöhungen, Materialkosten entwickeln sich dynamisch und intern entsteht die Frage, ob die eigenen Einkaufspreise noch marktgerecht sind.

Doch genau diese Frage ist oft schwer zu beantworten. Denn dafür reicht es nicht aus, nur die eigenen historischen Einkaufspreise zu betrachten. Der Einkauf braucht Vergleichswerte von außen: Wie hat sich der Markt entwickelt? Welche Kostenbestandteile treiben die Preisveränderung? Und ist eine Forderung des Lieferanten tatsächlich nachvollziehbar?

Genau hier setzt WebCIS AI an. Die Lösung hilft dabei, interne Einkaufsdaten mit externen Markt- und Preisinformationen zu verbinden. So entsteht eine belastbare Grundlage, um Preisentwicklungen besser zu bewerten und Verhandlungen fundierter vorzubereiten.

Warum interne Daten allein nicht ausreichen

Viele Unternehmen verfügen über große Mengen an Einkaufsdaten: Bestellungen, Rechnungen, Materialnummern, Lieferanteninformationen und Warengruppen. Diese Daten zeigen, was im eigenen Unternehmen passiert ist.
Was sie jedoch häufig nicht zeigen: ob diese Entwicklung im Vergleich zum Markt angemessen ist.

Ein Beispiel: Wenn ein Lieferant eine Preiserhöhung von acht Prozent fordert, stellt sich für den Einkauf sofort die Frage, ob diese Forderung plausibel ist. Sind Rohstoff-, Energie-, Transport- oder Lohnkosten tatsächlich entsprechend gestiegen? Oder liegt die Forderung über der Marktentwicklung?

Ohne externe Vergleichsdaten bleibt diese Bewertung oft schwierig. Mit passenden Benchmarks kann der Einkauf dagegen deutlich besser einschätzen, ob eine Preisentwicklung nachvollziehbar ist.

Welche Rolle NACE und Destatis dabei spielen

Damit Einkaufsdaten sinnvoll mit externen Marktinformationen verglichen werden können, müssen Materialien, Lieferanten und Warengruppen richtig eingeordnet werden. Dabei helfen Klassifikationen wie NACE und produktbezogene Daten des Statistischen Bundesamtes.

Der NACE-Code ordnet Unternehmen und Branchen nach wirtschaftlichen Tätigkeiten ein. Für den Einkauf kann das hilfreich sein, um Lieferanten Branchen zuzuordnen, Marktinformationen besser zu strukturieren oder internationale Vergleiche herzustellen.

Destatis-Daten gehen stärker in Richtung Produkt- und Warengruppen. Sie können dabei unterstützen, Materialien oder Produktgruppen mit passenden Preisindizes und Kostenentwicklungen zu verbinden.

Kurz gesagt: NACE hilft bei der Einordnung von Branchen und Lieferanten. Destatis hilft stärker bei der Bewertung von Produktgruppen, Materialien und Preisentwicklungen.

Wie WebCIS AI daraus konkrete Einkaufsanalysen macht

WebCIS AI verbindet diese externen Referenzinformationen mit vorhandenen Einkaufsdaten aus ERP-Systemen. Die Zuordnung kann auf unterschiedlichen Ebenen erfolgen, zum Beispiel nach Lieferant, Warengruppe oder Materialnummer.

Der Vorteil: Der Einkauf muss nicht nur auf interne Preisverläufe schauen, sondern kann diese mit passenden Markt- und Preisindizes vergleichen.

Dadurch werden zentrale Fragen deutlich besser beantwortbar:

Ist eine Preissteigerung nachvollziehbar?
Entwickeln sich unsere Einkaufspreise stärker als der Markt?
Welche Materialien oder Lieferanten zeigen Auffälligkeiten?
Wo besteht konkreter Verhandlungsbedarf?

So wird aus einer reinen Datenübersicht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Einkauf.

Mehr Sicherheit in Preisverhandlungen

Ein großer Nutzen entsteht in der Vorbereitung von Preisverhandlungen. Wenn Lieferanten Preisanpassungen fordern, kann der Einkauf besser prüfen, ob diese Forderungen zur Marktentwicklung passen. Durch die Verknüpfung mit Marktindizes und Kostenbestandteilen lassen sich Preisentwicklungen nachvollziehbarer bewerten. Energie-, Transport-, Lohn- oder Materialkosten können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Für den Einkauf bedeutet das: Verhandlungen basieren weniger auf Bauchgefühl und mehr auf belastbaren Daten. Das stärkt die eigene Argumentationsbasis und schafft mehr Transparenz gegenüber Lieferanten und internen Entscheidungsträgern.

Transparenz auch bei indirektem Einkauf und Maverick Buying

Besonders hilfreich ist eine intelligente Zuordnung auch dort, wo Einkaufsdaten nicht perfekt strukturiert sind. Das betrifft zum Beispiel indirektes Material oder Maverick-Buying-Vorgänge. In diesen Bereichen fehlen häufig eindeutige Materialnummern oder sauber gepflegte Warengruppen. WebCIS AI kann dabei helfen, dennoch passende Zuordnungsvorschläge zu erstellen und diese mit dem Einkauf abzustimmen. So werden auch Bereiche analysierbar, die bisher schwer greifbar waren.

In konfigurierbaren Dashboards können dann Preisentwicklungen, Benchmarks, Lieferanten, Warengruppen und Materialien gezielt analysiert werden. Der Einkauf erkennt schneller, wo Auffälligkeiten bestehen, welche Preisentwicklungen erklärbar sind und wo Maßnahmen notwendig werden.

Fazit: Mehr Marktbezug im Einkaufscontrolling

WebCIS AI hilft Einkaufsabteilungen dabei, vorhandene Einkaufsdaten mit externen Marktinformationen zu verbinden. Dadurch wird sichtbar, ob Preisentwicklungen nachvollziehbar sind, wie sich der eigene Einkauf im Vergleich zum Markt entwickelt und wo konkreter Handlungsbedarf besteht.

Gerade in volatilen Märkten wird das immer wichtiger. Wer Einkaufspreise nicht nur intern betrachtet, sondern mit Markt- und Preisentwicklungen verbindet, kann fundierter entscheiden und marktgerechter einkaufen.